“Das ist ein echter Meilenstein”
Bei der Feuerwehr im Heidland laufen die Arbeiten für das neue Katastrophenlagezentrum auf Hochtouren.
GIFHORN. Ein Zug entgleist im ICE-Tunnel bei Isenbüttel, die Heide steht in Flammen, Gifhorn wird von einer schweren Überschwemmung getroffen. Um auf derlei extreme Situationen optimal reagieren zu können, erhält der Kreis jetzt ein Katastrophenlagezentrum.
Ende Januar soll die Einrichtung im Heidland in Betrieb gehen. Derzeit wird die Technik installiert. Kreisbrandmeister Willi Aldinger: “Das Lagezentrum ist für uns ein echter Meilenstein.” Unter einem Dach werden sich dann im Heidland Rettungsleitstelle, Katastrophenstab und Kreisverbindungskommando der Bundeswehr befinden.
Und so funktioniert das Zentrum im Ernstfall: Zunächst muss der Landkreis Katastrophenalarm auslösen. Dann dauert es maximal 45 Minuten, bis die Mitglieder des Stabes, der insgesamt aus 35 bis 40 Helfern besteht, im Lagezentrum an ihren Plätzen sitzen.
Etwa 18 Helfer lösen sich im Schichtbetrieb ab. Aldinger: “Ein Katastrophenfall kann sich ja durchaus auf mehrere Tage erstrecken.” Parallel zum Stab treffen die Mitglieder der Koordinierungsebene ein. Dazu zählen Polizei, DRK, THW und auch Notfallseelsorger.
Der große Vorteil sei nun, freut sich der Kreisbrandmeister, dass es zwischen Katastrophenstab, Leitstelle und Verbindungskommando nur noch kurze Wege gebe. Mehr noch: Die gesamte Kommunikation, vor allem mit den Kräften am Einsatzort, wird elektronisch erfolgen. Erhebliche Zeitvorteile und leichtere Abstimmung seien die Folge.
Voraussetzung ist allerdings eine fundierte Ausbildung der Helfer im Zentrum. Und auch die Kräfte draußen am Einsatzort müssen eine detaillierte Schulung erhalten, sonst bringt der genaueste Einsatzbefehl auf dem Laptop im Feuerwehrwagen letztlich nichts. Aldinger: “Sobald das Lagezentrum steht, starten wir daher mit der Schulung.” Koordinatoren des Katastrophenstabes werden der Isenbütteler Siegfried Renner und der Müdener Herbert Prost sein.
Wie sich das Lagezentrum langfristig entwickelt, darüber ließe sich nur schwer eine Prognose erstellen, sagt Aldinger. Fest stehe, dass noch weitere Umstrukturierungen, wie es sie derzeit durchs Zusammenlegen von Leitstellen gebe, zu erwarten seien.
Sorge bereitet dem Kreisbrandmeister die personelle Entwicklung bei den Freiwilligen Feuerwehren: Gut 5000 Mitglieder zählen die 105 Wehren im Kreis – Tendenz fallend. “Wir müssen mehr Anreize für eine Mitarbeit bei uns setzen”, sagt der Kreisbrandmeister.
Allerdings sei es immer schwerer, angesichts immer flexiblerer Arbeitszeiten und hoher beruflicher Belastung, mit denen es viele Menschen in der Region zu tun hätten, Interessenten für eine aktive ehrenamtliche Mitarbeit in der Wehr zu gewinnen.